HyperNietzsche Lesen

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Wir können HyperNietzsche wohl kaum an Weihnachten öffnen! Das Fest, das uns jedes Jahr an die Geburt Christi erinnert und das in den Augen unseres Philosophen ein Konzentrat von Fehlern und Irrtümern der Menschheit darstellt. Und auf jeden Fall sind wir - Ihr habt es erraten - noch nicht fertig.

Aber wir können nicht einfach in die Ferien gehen, ohne all denjenigen ein Lebenszeichen zu schicken, die unser Projekt mit Wohlwollen verfolgen und die ungeduldig darauf warten, das Arbeiten mit HyperNietzsche zu beginnen.

Nun gut, liebe Freunde, um mit HyperNietzsche zu arbeiten (das heißt zum Beispiel, um Eure Aufsätze an das wissenschaftliche Komitee einsenden und in unserem Hypertext veröffentlichen lassen zu können), ist es tatsächlich nötig, auf das nächste Jahr zu warten. Ihr könnt jedoch in der Ruhe der Ferien damit beginnen, einige gute Aufsätze in HyperNietzsche zu lesen, da wir uns entschieden haben, eine beschränkte, sehr beschränkte Version unseres Hypertexts zu öffnen, die nicht mehr erlaubt als das Lesen von sechs Aufsätzen Mazzino Montinaris.

In der Welt der Veröffentlichung auf Papier wäre das ein Ereignis: sechs weniger bekannte, fast vergessene Aufsätze des großen Interpreten und Herausgebers Nietzsches, praktisch ein zweiter Teil seines Nietzsche Lesen. Für uns ist das nichts anderes als ein Anfang, ein kleines Weihnachtsgeschenk, das Sigrid Oloff-Montinari uns anvertraut hat, und das wir dem Rest der Welt schenken.

Eine schöne Lektüre als, ein frohes Fest, und auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Paolo D’Iorio

Begleitzettel zum Geschenk

Christenthum als Alterthum. — Wenn wir eines Sonntag Morgens die alten Glocken brummen hören, da fragen wir uns: ist es nur möglich! diess gilt einem vor zwei Jahrtausenden gekreuzigten Juden, welcher sagte, er sei Gottes Sohn. Der Beweis für eine solche Behauptung fehlt. — Sicherlich ist innerhalb unserer Zeiten die christliche Religion ein aus ferner Vorzeit hereinragendes Alterthum, und dass man jene Behauptung glaubt, — während man sonst so streng in der Prüfung von Ansprüchen ist —, ist vielleicht das älteste Stück dieses Erbes.

(Menschliches, Allzumenschliches, 113. Aphorismus)